Auf dem Weg zum Plateau kamen wir an dem kleinen, verlassenen Kloster Moni Panagias Gouvernatissis vorbei, und hielten ungeplant an, um uns das Kleinod anzusehen. Ein älterer Kreter hat uns dann noch erklärt, was es alles auf sich hat in der anliegenden Kirche. Allzuviel habe ich wegen fehlender Griechischkenntnisse nicht verstanden, nur die Heiligennamen der einzelnen Figuren. Und ich weiß jetzt, dass "to kálo" Schönen Tag bedeutet. Ist doch ein Anfang.


Ein kleiner Umweg führte uns in das Nest Krási. Hier steht die angeblich älteste Platane Europas mit 18 Meter Umfang. Sie soll über 2000 Jahre alt sein. Und ganz nebenbei gibt es hier den besten Rakí von ganz Kreta. Wer kann da schon widerstehen? Dieses war der erste Schatzstreich, doch der zweite folgt sogleich.

Dann gings letztendlich doch auf die Hochebene, über den Pass von Ambélos. Hier stehen noch Reste von alten Windmühlen, die außer dem Mahlen des Korns noch die Aufgabe hatten, dass Grundwasser für die Ebene hochzupumpen. Die noch funktionierenden Wassersysteme sollen im Übrigen von den Veneziern installiert worden sein. Also gibt es tatsächlich italienische Arbeit, die länger hält als ein paar Jahre. Hier ist uns ein handgefertigte Fotoalbum in die Hände gefallen.
Dieses war der zweite Schatzstreich, doch der dritte folgt sogleich.

Die ersten Eindrücke der Ebene: rund und eselig.


Erste Anlaufstation hier war das Dorf Psíchro mit der Höhle Diktéon Ándron. Hier ist nach Meinung der Kreter der gute Zeus auf die Welt gekommen. Der Auftstieg ging über einen steinigen Eselspfad ca. 20 Minuten nach oben. Ein paar nette ältere Herren wollten uns das dann auch gleich leichter machen, und uns Esel als Reittiere anbieten, aber 20 Euro für einmal hoch und runter sind schon etwas zu happig.

Also zu Fuß hoch.

Oben angekommen bietet sich ein wirklich beeindruckender Blick über die Ebene, und man erkennt noch sehr schön die Entstehung durch einen Vulkankrater.

Die Tropfsteinhöhle geht dann die gleiche Strecke, nur ungleich steiler, aber dafür über beleuchtete Treppen nach unten, bis man den immer unter Wasser stehenden Grund erreicht. Da unten ist es schweinekalt, aber sehr schön. Alles ist von Stalagmiten und -titen dominiert, und überall tropft es herunter. Da Höhlenbilder in Masse nur für den interessant sind, der selber dort war, nur ein etwas verwackeltes Bild vom Abstieg.

Am inposantesten war dann aber beim Aufstieg der letzte Meter aus der Höhle. So richtig aufgefallen ist es mir beim Abstieg nicht, aber am Eingang der Höhle ist die Pflanzen- und Tierwelt reichlich üppig.

Der Weg zurück an den Ausgangspunkt war dann deutlich einfacher, da ein zweiter gepflasterter Weg ebenfalls zu den Höhlen führt. Schön, dass man das erst nach dem Aufstieg erfährt.

Dann war die Ebene aber auch schon wieder abgegrast, und durch den östlichen Pass von Patéra tá Sélia gings wieder in die tiefer gelegenen Orte. Einn kleines Örtchen, Zénia, ist uns aufgefallen, hier saß ein alter Mann an der Straße und schnitzte aus Olivenholz Küchenwerkzeuge aller Art. Ein angeblich über 100 Jahre alte Frau hat uns dann auch gleich Kochlöffel und -gabel verkauft. Und weil wir so nett ausgesehen haben, gab's dann gleich noch eine Orange aus eigenem Garten mit dazu.
Auch wenn das obige lustig klingt, für die Leute ist die Handarbeit bitter nötig, da sie mit dem wenigen Geld, das sie aus der Altersvorsorge bekommen, nicht überleben können. Allein deswegen waren die 12 Euro für die beiden Sachen eigentlich zuwenig. Bei 4 Stunden Arbeit an einem einzigen Teil, kann sich jeder vorstellen, was das bei uns kosten würde. Und nett sind die Leute auch noch alle, ich hab fast nicht verstanden, dass er sich bei uns mit Handschlag verabschieden wollte.

Dieses war Streich drei, vier, und fünf. Den sechsten gab's dann an die Strümpf.
Ja, der sechste Schatz war Schafs-Aa. Klebrig an den Schuhen. In den Ruinen einer dorischen Stadt namens Dríros. Viel steht davon nicht mehr, ein paar Grundrisse, eine alte Kochstelle in einem Haus und ein, überdachter und unzugänglicher, Apollontempel. Ganz toll.



Den Schafskot hab ich natürlich nicht auf ein Bild gebannt, aber die Urheber, die frei über die Ruinen rumhüpfen. Aber wenn sich seit 1932 niemand mehr um die Ausgrabung kümmert, kann das wohl für Schafe gerade gut genug sein, oder?

Danach wollte wir uns was zum Essen suchen, und sind weiter nach Agiós Nikoláos gefahren. Außer Meer haben wir da aber nicht wirklich etwas ansprechendes, nicht nur touristisches gefunden. Dafür haben die einen recht schönen Hafen. Und das Meer ist richtig schön türkis.

Tavernenfündig sind wir erst in Eloúnda geworden. Aber dafür gleich richtig. Das Essen war der Hammer, und ich kann jedem nur empfehlen die Taverna Leonidas zu besuchen.


Unser eigentliches Ziel, die Insel Spinalónga lag dann zwar in Reichweite, aber da immer mehr Wolken aufzogen, haben wir uns die gute eine Stunde lange Wanderung über die Insel erstmal geschenkt, und eventuell auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Aus der Ferne haben wir sie zummindest schon einmal sehen können.

Auf dem Weg zurück hat es dann auch tatsächlich angefangen zu "regnen". Naja, es ist eher etwas Wasser in homöopathischen Dosen vom Himmel gefallen. Wenn das alles ist, kanns von mir aus ab und an regnen, dann stört mich das wirklich nicht.
Und als Abschluss gibts ein Bild von unseren gesammelten Schätzen.

Morgen steht dann der zweite Versuch mit l'tur-Tussi an. Mal sehen, ob sie diesmal kommt.
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