Egal, auf zur nächsten Baustelle, dem fast leeren Tank. Zuerst mal der Beweis, dass ein leerer Tank auch mehr als 0km weit fahren kann. Die 0km-Anzeige rechts ist die geschätzte Strecke, bis das Auto stehen bleibt.

Danach hat der Tank aber noch knapp 40 km durchgehalten. Das Tankstellennetz in Kreta ist ja nicht schlecht ausgebaut, aber was bringt mir das, wenn die erste Tanke komplett tot, die zweite geschlossen, und die dritte auf der unerreichbaren linken Straßenseite ist? Und man komme hier ja nicht auf die Idee, bei der nächsten Ausfahrt raus zu fahren, umzudrehen, und so dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen. Denn wenn man dann bei der auf der ursprünglichen falschen Seite angekommen ist… ist die auch schon zu. Und warum? Weil Ostermontag ist, und alles dicht hat.
Gefühlte 10 Tankstellen auf 20 km, aber keine einzige hat offen. Kein einzige? Nein, ein kleines Dorf namens Karterós im Osten von Iráklion leistet der Tankenschließe erbittert Widerstand. Arme Osternschließung-unwissende Touristen bekommen hier Exil und wenn sie ganz lieb fragen („You accept VISA?“) sogar etwas Zaubertrank. Ja, den guten aus Steinöl, den man leider nicht mit Erdbeeren substituieren kann.

Kleiner Wermutstropfen am Rande: Meine VISA wurde zweimal nicht akzeptiert. Ich hoffe, auch das lag am Ostermontag, und nicht an meiner Karte. Ohoh.
Mit unglaublichen 36€ für 39 Liter Normalbenzin weniger ging’s dann wieder entspannter weiter. Lieber Kreta-Reiseführerautoren: Wer hat hier gesagt Kreta sei so teuer seit der Einführung des Euro? Schon mal in Good old Germany Urlaub gemacht?
Nachdem es dann leider schon so dermaßen spät war, sind wir kaum noch rumgekommen, unser geplanter Ausflug auf die Lassíthi-Hochebene ist dank l’tur-Tussi und Tankensuche flachgefallen. Also auf zu einem anderen Highlight, dem Minoischen Tempel von Anemospília, dem einzigen Tempel, in dem nachweislichen Menschenopfer zur Besänftigung der Erdgötter dargebracht wurden. Den Priestern und Priesterinnen hat's aber nichts mehr gebracht, die sind nach der Opferung dank Erdbeben gleich mit platt gemacht, und erst knapp 4000 Jahre später wieder ausgegraben worden.
Und wieder geht es über Stock und Stein, vorbei an Weinbergen und Olivenhainen, ins Landesinnere, an den „Windhöhlen“ vorbei, die aussehen wie ein Totenschädel und von denen der Ort übrigens seinen Namen hat, nur um vor dem Tempel zu stehen, der unzugänglich ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich ein sehr panischer Hautflügelallergiker bin, also das ganze Stechinsektengeschmeiß aus gutem Grund nicht abkann. Umso ehrfürchtiger sollen alle, die die folgenden Bilder ansehen, diese auch genießen, denn ich bin durch von gelb-schwarzem Summgewimmel brummendes blühendes Blumen- und Strauchgestrüpp gegangen, um wenigstens noch einige Bilder von den Anlagen zu ergattern.





Die Aussicht von hier oben war wieder einmal unglaublich, der ganze zentrale Norden von Kreta ist von hier aus ersichtlich gewesen.


Damit war der Tag aber dann auch schon reif zum Beenden am abendlichen Pool mit Cocktail "Paradise".


Und mit vollem Tank steht morgen die Südküste bis Mátala mit Planschzeit an.
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