
Wie geplant sind wir dann Richtung Iráklion aufgebrochen, um das Museum und danach Knossós zu erkunden. Nachdem aber ein knapp stundenlanges Suchen nach einem ominösen, laut Reginas sonst recht gutem Reiseführer kostenfreien Parkplatz nicht gerade erfolgreich war, sind wir zur Entspannung dem gelb-blauen Schild der wohlbekannten teutonisch-hellenischen Göttin mit den vier Buchstaben gefolgt, und konnten uns erfolgreich mit Getränken für die Fahrt und die nächsten Tage eindecken. Die Anbetung dieser Göttin scheint auf Kreta erst zu beginnen, aber sich rasant auszubreiten. Hier ein Bild eines ihrer Tempel:

Da Knossós, im Gegensatz zu einem ominösen kostenfreien Parkplatz, bestens ausgeschildert war, ist der Fahrer dann den Schildern nach Knossós, und nicht mehr der Anweisung des mobilen Navis, auch Beifahrer genannt, gefolgt. Kurz darauf sind wir da auch tatsächlich angekommen. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Straße vom Parkplatz bis zur Ausgrabungsstätte gepflastert mit Souvenirshops und Kneipen, die einem, zwar höflich den Weg zum Palast erklären, dann aber penetrant darauf hinweisen, warum ihr Essen besser ist als das aller anderen. Touristenfang funktioniert leider überall gleich.

Anstatt jetzt noch mehr über den Palast von Knossós zu schreiben, da gibt es bessere Erklärungen im Netz, einfach ein paar Impressionen.











Auf dem Weg zurück dann der zweite Anlauf, das Museum zu besuchen. Unter der Bedingung, dass jeder Parkplatz, auch ein kostenpflichtiger, gut genug ist. Laut Reiseführer soll man vermeiden, in die Innenstadt von Iráklion zu fahren, da der Verkehr auf den Straßen für Nichteinheimische nur schwer zu meistern ist. Deswegen haben wir uns auch streng dran gehalten…und sind mitten in die Stadt gefahren. Wer auch immer mir vor dem Urlaub gesagt hat, dass die Kreter nicht schlimm fahren, bitte was machen die dann? Ampeln sind nur zur groben Orientierung da, Standstreifen sind normale Fahrspuren, auf die man als langsameres Fahrzeug gefälligst auszuweichen hat, und langsam ist alles, was 20 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit fährt. Motorräder sind Lückenfüller, Helmpflicht ist nur dann interessant, wenn man auf der Schnellstraße fährt. Rechts überholen? Bitteschön! Bei roter Ampel einen U-Turn machen? Auch möglich. Parken in dritter Reihe, um die Freundin aussteigen zu lassen? Natürlich geht das. Während dem Motorradfahren eine SMS schreiben? Kein Problem. Jeder fährt so, wie es ihm gefällt. Das erklärt auch den Zustand vieler Autos hier. Ohne Delle ist kaum eines. Und wenn ein Auto nicht mehr fährt, dann steht es halt einfach mitten auf dem Standstreifen der Schnellstraße, komplett ausgeschlachtet. Und kümmern tut sich keiner was drum.

Egal, wir haben den Verkehr gemeistert, und sogar noch einen Parkplatz gefunden, der ausnahmsweise nichts gekostet hat. Dumm nur, dass das Museum heute schon um 15 Uhr zugemacht hat. Was soll’s, einmal Hölle und zurück, und das ganz ohne Schaden. Wer kann das schon von sich behaupten? Schnecki wurde auf der Rückfahrt sogar zu ungeahnten Höchstleistungen angespornt. Der Beweis folgt. Bergab mir Rückenwind sag ich nur noch.

Morgen ist hier Ostersonntag. Traditionell ist da alles zu, und heute Nacht soll es in Liménas Chersonísou wohl deswegen einen recht großen Umzug geben. Mal sehen, ob das bis zu uns oben hörbar sein wird.
Wir beschließen den Abend jetzt ausgiebigst am Balkon mit Wein, Weib und Oliven.

Kalispéra.
P.S. an Schwesterherz: Alles Gute zum Geburtstag.
Hm, die Suche nach einem Parkplatz erinnert mich an meinen Freitag Abend in München. Ich habe versucht, innerhalb des Mittleren Rings einen Platz zu finden, der mir nicht 100 Euro wegen falsch Parkes einbringt. Nach 30 Minuteb hatte cih was gefunden, zwie U-Bahnstationen von da entfernt, wo ich eigentlich hinwollte.
AntwortenLöschenIst bei den Griechen Ostern eine Woche später, oder was?
Ja, Griechenland hat Ostern eine Woche später, wie alle orthodoxen Christen. Deswegen ist auch verhältnismäßig wenig offen im Moment. Was uns heute noch aufgefallen ist: Ostern ist wohl DER Grilltermin in Griechenland. Da sind zig Zicklein heute den Weg alles Vergänglichen und durch die Mägen vieler Kreter gegangen...
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